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Guadeloupe oder die Insel des besten Rums?

Things to do in Guadeloupe

by Michaela ([email protected]) in Blog on 03 June 2017

Für unschlagbare 370 Euro geht es von Paris in die Karibik mit der Fluggesellschaft XL France, um direkt zu überprüfen, wie es um den Rum bestellt ist. Durch Urlaubspiraten habe ich im Januar 2017 ein sehr günstiges Angebot gefunden. Somit geht es nonstop in die sagenhafte Inselwelt der Karibik. Mit Eurowings fliege ich für 49,95 Euro von Düsseldorf nach Paris, Charles de Gaulle. Leider gibt es momentan noch keine Direktflüge von Deutschland in das kleine französische Inselparadies. Ich nutze die Zeit und den Gabelflug und bleibe eine Nacht in Paris, um mir noch einmal den Eiffelturm und ein paar andere interessante Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Ich habe in unmittelbarer Nähe ein kleines kostengünstiges Zimmer über Airbnb gefunden.

Paris beeindruckt mich, obwohl ich als Kind schon ein paar Mal hier gewesen bin, entdecke ich die Stadt vollkommen neu. Mir fällt auf, dass die Pariser sehr hilfsbereit sind, denn immer wenn ich mit meinem schweren Koffer von 23 Kilo die langen Treppen der Metro hoch und runter muss – leider gibt es nur sehr selten Aufzüge oder Rolltreppen – reissen mir förmlich Männer und auch Frauen meinen Koffer aus der Hand und sind mir beim Tragen behilflich. Entspannter ist es den Bus vom Flughafen für 11 Euro in die Stadt zu nehmen. Ratsam ist auch die Gepäckstation von Charles de Gaulle, dort könnt Ihr Eure Koffer für eine gewisse Zeit einschließen. Zwei Tage kosten 28 Euro und ersparen Euch das nervige hin und herschleppen bei einem Gabelflug.

Ein paar Infos zu Guadeloupe:
Die sechs abwechslungsreichen Inseln Guadeloupes liegen direkt bei Martinique und Dominica. Guadeloupe gehört zu den Inseln über dem Winde und wird daher von Juli bis November ab und an von Tropenstürmen heimgesucht.
In den letzten Jahren blieb Gwada, wie man Guadeloupe auch nennt, von Hurricanes relativ verschont.

Die Eilande der Kleinen Antillen sind Überseegebiete Frankreichs. Das bedeutet, alle Gesetze, die in Frankreich erlassen werden, werden auch auf Guadeloupe angewendet. Wiederum bedeutet das auch für Euch, dass Ihr mit dem Euro bezahlt, da Guadeloupe in der EU ist. Die Amtssprache ist natürlich französisch, wenn Ihr aber dieser Sprache nicht mächtig seid, kein Problem. Im Artikel habe ich Euch noch eine Internetseite verlinkt, die verschiedene Ausflugsmöglichkeiten vermittelt und auf englisch zu kommunizieren ist für den Gründer der Firma kein Problem. Auf Basse Terre und Grand Terre werdet Ihr auch viele Einheimische treffen, die gerne englisch sprechen. Je kleiner und ursprünglicher die Inseln werden (Marie Galante zum Beispiel), desto schwieriger wird es ohne Französischkenntnisse auszukommen. Vielleicht packt Ihr Euch einfach einen kleinen Übersetzer von Pons oder Langenscheidt ein, der auch ein paar Beispielsätze beinhaltet. Dadurch kommt Ihr relativ einfach durch Euren Urlaub.

Auf Guadeloupe angekommen bin ich doch wirklich etwas überrascht über den großen und modern wirkenden Flughafen. Auch hier sind die Leute sehr freundlich und versuchen dir, obwohl du leider nicht wirklich ihrer Sprache mächtig bist, irgendwie mit englisch weiterzuhelfen. Ein Taxi bringt mich für circa 33 Euro vom Flughafen, gelegen auf der Hauptinsel Grand Terre, nach Le Gosier zu einem kleinen Häuschen, in dem ich ein Apartment über Airbnb gebucht habe. Ich bin sehr glücklich, diese Wahl getroffen zu haben, da die Vermieterin, Agnes, unglaublich aufgeschlossen, hilfsbereit und freundlich ist. Sie spricht französisch aber auch englisch, mit dem man sich über alles Wichtige besten austauschen kann. Agnes hat mir bereits passend zur Ankunft Wasser, Säfte, Shampoo und Duschgel im Appartement bereitgestellt. Denn Sonntags sind die Geschäfte leider geschlossen. Das Apartment ist einfach nur bezaubernd und stellt sich in der Realität viel besser zur Schau als über die Homepage.

Nicht weit entfernt von dem schönen Apartment liegt der Strand La Datcha. Besonders abends ist er beeindruckend. Auch wenn alles in Dunkelheit getaucht ist, könnt Ihr noch an diesem Strand schwimmen und relaxen. Große Flutlichter sorgen für die beste Beleuchtung und kleine Bars für Euer leibliches Wohl. Von La Datcha habt Ihr einen sehr guten Blick auf die kleine Familieninsel Îlet de Gossier. Mit einem Taxiboot fahrt Ihr für fünf Euro hin und zurück und könnt so einen Tag, oder auch nur ein paar Stunden, auf der Insel verbringen. Besonders gut hat mir der Leuchtturm gefallen, der circa drei Minuten vom Anlegesteg entfernt ist.

Auf Îlet de Gosier befindet sich ein tolles Restaurant mit leckeren Köstlichkeiten der Karibik. Ihr müsst allerdings bei Öffnen der Küche Eure Bestellung aufgeben, denn das Mittagessen ist sehr beliebt und sehr schnell ausverkauft. Ein Heineken Bier bekommt Ihr dort schon für 2,50 Euro und ein Carib für 3,00 Euro. Für ein Fischgericht könnt Ihr etwa 15 bis 20 Euro einplanen. Es bietet sich aber auch an kostengünstig im Supermarkt einzukaufen und eine Kühltasche mitzunehmen.

Ausflüge:
Falls Ihr Ausflüge auf Guadeloupe buchen möchtet und Ihr kein französisch könnt, geht es Euch wie mir. Ich kann ein paar einzelne Wörter und simple Sätze, die einem aber nicht bei einer Buchung eines Ausflugs nützlich sein können. Im Internet bin ich auf eine tolle Seite gestoßen, die sich Guadeloupe Advisor nennt. Ein Anbieter, der verschiedene Touren, zum Beispiel zum Vulkan La Suffriere oder auch Wanderungen zu Wasserfällen mit einem Picknick vor Ort anbietet. Viele andere interessante Ausflüge lassen sich auf der Seite entdecken. Stéphane Martial, der Gründer von Guadeloupe Advisor, hat mir zwei tolle Touren vermittelt.

Durch diesen sehr netten Zwischenanbieter müsst Ihr Euch um nichts kümmern, da er zu jeder Zeit erreichbar ist und sich um Eure Touren perfekt kümmert. Stéphane hat einige Jahre in Kanada gelebt und spricht dadurch natürlich fließend englisch. Französisch ist seine Muttersprache und als Einheimischer der Karibik kennt er sich zudem besonders gut auf der kleinen Inselwelt Guadeloupes aus.

Picknick am Wasserfall (Hike and Picnic):
Schon früh Morgens trefft Ihr Euch auf Basse Terre mit dem Anbieter Tourisme Sensation am verabredeten Punkt und wandert mit den professionellen und sehr freundlichen Gruppenleitern zusammen durch den Dschungel von Goyave, auf der grünen Insel Grand Terre gelegen. Durch sehr sattes Grün, vorbei an blühenden Palmen und anderen Pflanzen, wandert Ihr durch einen Fluss zu einem erfrischenden Wasserfall, der sofort zum Baden einlädt. Dies ist noch ein Geheimtipp bei Touristen und meistens seid Ihr in einer kleinen Gruppe ganz unter Euch. Nach dem kühlen Badespaß versorgen Euch die netten Guides mit Wasser, Säften und traditionellen Häppchen der Insel. Nach einer guten Stunde Erholung am tropischen Wasserfall tretet Ihr den Heimweg an. Die Gruppenleiter sind sehr unterhaltsam und gehen auf jede einzelne Frage sehr ausführlich ein. Auch wenn Ihr keine Wanderer seid, ist dieses Pensum trotzdem sehr gut zu schaffen.

Achtet nur darauf, dass Ihr Wanderschuhe, Laufschuhe oder vielleicht anderes, festes Schuhwerk tragt. Keine Sandalen, Flip-Flops oder Stoffschuhe. Teilweise ist die Strecke steil, felsig, glitschig und manchmal wandert ihr wadentief durch das erfrischende Nass des Flusses. Keine Angst, tiefer müsst Ihr nicht ins kristallklare Wasser. Mit Mücken hatte ich keine Probleme, aber vielleicht packt ihr Euch einfach mal ein Antimücken Spray in den Rucksack, denn nicht jeder Tag ist wie der andere.

Kulinarische Reise in Pointe-à-Pitre (Food tour):
Mich interessiert an einem Land auch immer sehr das Essen, da es für mich zur Kultur des jeweiligen Landes dazu gehört. Ich empfinde es als wichtig, mich auch damit auseinanderzusetzen und da ich sowieso sehr gerne esse, ist das für mich natürlich immer mit viel Freude verbunden.

Dazu muss ich kurz erklären, dass ich seit einigen Jahren schon vegetarisch lebe. Fleisch habe ich immer schon sehr gerne gegessen, da es mir geschmacklich sehr zugesagt hat. Was mir aber gar nicht gefällt, dass es mittlerweile in vielen Ländern eine ekelhafte Massenabfertigung gibt und ich es den Tieren einfach nicht mehr zumuten möchte, nicht artgerecht behandelt zu werden. Ich denke aber auch, wenn man sich auf Länder einlassen möchte, Land und Leute mit ihrer Kultur und dem damit verbundenem Brauchtum erleben will, gehört auch Essen dazu. Auch Fleischgerichte. Sofern sie natürlich im jeweiligen Land gegessen werden. Daher probiere ich (mit schlechtem Gewissen den Tieren gegenüber) ab und an auch traditionelle Fleischgerichte, wenn ich auf Reisen bin.

Der kulinarische Ausflug, den ich ebenfalls mit Tourisme Sensation gemacht habe, startet morgens um 10:00 Uhr in Pointe-à-Pitre die Hauptstadt Guadeloupes. Für 10 Euro könnt Ihr die unterschiedlichsten Speisen der Insel probieren und macht auch gleichzeitig eine Führung durch die belebte und quirlige Stadt. Zum Beispiel bekommt Ihr das berühmte Sorbet de Coco (Kokoseis) serviert, für Fans der Kokosnuss ist wirklich Vorsicht geboten, da das Sorbet durch die frischen Zutaten sehr aromatisch und frisch schmeckt – man kann nicht genug davon bekommen!

Auf „Eurer Speisekarte“ stehen natürlich auch herzhafte Köstlichkeiten und auch der berühmte Tea Punch, Rum mit Rohrzucker und Limetten, darf an so einem Tag nicht fehlen. Die Kosten für die Speisen und Getränke, die Euch gezeigt und gegeben werden, sind in den 10 Euro schon enthalten. Trotzdem solltet Ihr mehr Geld einstecken, da Ihr den Fisch-, Bauern-, Blumen- und Gewürzmarkt besucht und dort tolle Mitbringsel für die Daheimgebliebenen kaufen könnt. Ich mag besonders gerne die verschiedenen Gewürze, die auf den Inseln Gwadas angebaut werden. Rum kauft Ihr Euch besser in einer Rumdestillerie, aber darauf gehe ich später noch im Artikel näher ein.

Ausflug mit dem Katamaran:
Segeln ist eine meiner großen Leidenschaften. Noch habe ich leider keinen Segelschein in der Tasche, aber immer wenn ich irgendwo am Meer bin, versuche ich auch für längere Zeit aufs Meer zu kommen. Auch auf Guadeloupe bin ich für einen Tag mit einem Katamaran auf dem Wasser. Ich liebe das Gefühl von Freiheit, wenn der Wind mir um die Nase weht, ich das Salz des Meeres riechen kann und mir das Wasser ins Gesicht spritzt. Ebenfalls liebe ich es barfuß zu sein – was passt da also besser als ein Tag auf dem Meer zu verbringen?

Lange werdet Ihr nicht suchen müssen, da an den Ankerplätzen der Boote, am Meeresgrund, überall Seegras wächst. Schnell erblickt Ihr die großen und ruhigen Meeresschildkröten, die am Grund grasen. Ein paar Meter weiter, am Rand der Felsen, findet Ihr viele Korallen und bunte Korallenfische. Im Anschluss an die tolle Begegnung mit den vielen Meeresbewohnern geht es zurück nach Deshaies. Der Kapitän und die Crew sind sehr nett und erklären Euch gerne wie man die Segel setzt oder wie man für einige Meter den Katamaran durch den Ozean manövriert.

Auf dem Rückweg musste ich mir sogar ganz kurz die Augen reiben, da plötzlich Richtung Horizont ein Buckelwal aus dem Wasser schoss. Eine wahrhaft sensationelle Begegnung, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Von Januar bis März sind viele Wale vor Guadeloupe zu sichten und mit großer Wahrscheinlichkeit bekommt Ihr die behäbigen Riesen in diesen Monaten zu Gesicht.

Ein Ausflug nach Les Saintes:
Nach Les Saintes solltet Ihr unbedingt fahren oder fliegen. Für mich ist es ein Ort mit einem besonderen Hafen, der mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf geht. Nach Sydney ist der Hafen von Les Saintes für mich der schönste Hafen der Welt. Mit der besonderen Topographie der Insel wirkt der Hafen sehr spektakulär und irgendwie surreal. Schaut einfach mal im Internet nach einem Foto, das den Hafen aus der Vogelperspektive oder von einem der Aussichtspunkte zeigt.

Ihr solltet ein bis zwei Nächte für Les Saintes einplanen, um ganz früh morgens mit einem gemieteten Roller zum Fort Napoléon des Saintes zu fahren. Ihr habt dann die Vorteile auf Eurer Seite: Zum einen ist es noch nicht zu heiß und zum anderen, drängen sich auch keine anderen Personen auf Euer Foto.

Ich habe mir die netten Geschäfte im Hafen angeschaut und bin zum Strand gegangen, um in Ruhe und Abgeschiedenheit von allen ein kühles Bad zu nehmen. Dieser Strand ist nicht gut besucht, da er eher bei den Einheimischen bekannt ist und nicht bei den zahlreichen Besuchern, die jedes Jahr Les Saintes aufsuchen. Ihr müsst unbedingt auf Les Saintes immer eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor dabei haben. Die Sonne scheint gnadenlos und es wird immer extrem heiß!

Im nächsten Artikel schreibe ich von meiner Tour auf den Vulkan La Soufriere, von der Insel Marie Galante und wie viel Geld ich insgesamt in meinen Urlaub investiert habe.

Aloha

Michaela

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